Geschichten

Hier findest Du Leseproben aus gerade entsehenden Kinderbüchern, die derzeit von mir illustriert werden

und anschließend verschiedenen Verlagen vorgestellt und dann veröffentlicht werden.

Die Reihenfolge der Bearbeitung ist folgende:

"Wie die Schafe ihre weiche Wolle bekamen", Nic Koray  - sucht einen Verlag

"Wie der Riese Rumpelraff das Staunen lernte", Nic Koray - wird derzeit illustriert

"Die Geschichte vom Lamm, das verloren ging", Nic Koray

"Enna und Emerald", Nic Koray

"Die Geschichte vom Piepenpurzel", Nic Koray

Gedichtband, Nic Koray

 

 

 

Dieses wunderbare Weihnachtsbuch sucht derzeit einen Verlag.

Titel: Wie die Schafe ihre weiche Wolle bekamen von Nic Koray

 

Genre: Weihnachtliches Kinderbuch/Bilderbuch/Fühlbuch

 

Titelart: Einzeltitel

 

Schauplatz: Schneebedeckte Felder, Krippe

 

Zeit: Weihnachten, Geburt Christi

 

Länge des vollständigen Manuskripts in Seitenzahlen: je nach Größe der Illustrationen/Bilder  33 Seiten, mit 15 farbigen, liebevollen Illustrationen

 

Alterszielgruppe: Von 4-10 Jahren

 

Inhalt:

Nachdem die Tiere des Waldes den Schafen davon erzählt haben, dass ein heiliges Kind in dieser Nacht geboren wird, folgen sie mit ihrem Hirten Aaron dem Stern, im Stall angekommen, drängen sie zum Kinde , welches ihre Wolle mit seiner Hand berührt und dabei noch lichter und weißer macht – letzte Seite mit Schaf und echter Schafwolle (aus der eigenen Schafherde) mit goldenem Stern darin zum Fühlen und Lied zur Geschichte

 

 


Das kleine Gold

Das kleine Gold 1

Das kleine Gold hing in den Zweigen des Waldes und kicherte. „Wenn da draußen schon alles so grau und düster und unheimlich ist, dann will ich hier mal so richtig Licht machen!“ Und als wäre das nicht schon genug, sprang es von Ast zu Ast und von Baum zu Baum, bis der ganze Wald vor goldenem Schimmer nur so glitzerte. Dann streckte und reckte es sich und versteckte sich ganz oben in einer Baumkrone und beobachtete die Wandersleute und Spaziergänger, die mit hängenden Schultern und traurigen Gesichtern des Weges kamen. Das kleine Gold beobachtete zufrieden von oben, wie sich nach und nach die Mienen der Passanten aufhellten und die Menschen mit leuchtenden hoffnungsvollem Gesichtern weiter unten am Wald aus seinem Blick verschwanden.
Nic Koray, 05.11-2020


Das kleine Gold 2

 

 

Das kleine Gold hatte sich gemütlich am Horizont ausgestreckt und beobachtete die Welt. Es lag dabei ganz ruhig und unauffällig da und man hätte es fast übersehen können, wäre da nicht dieses sanfte Glimmen gewesen, was mal stärker und mal schwächer wurde. Das kam davon, dass das kleine Gold nachdachte. Nachdachte über alles, was in der Welt so vor sich ging. „Manchmal geht etwas gerade eben noch so glatt“, dachte es. „Und manchmal wird eine enge Stelle dann ganz besonders weit. Wo vorher ganz viel Pech war, entsteht eine große Stelle für Glück und neue Möglichkeiten und die Menschen spüren, wie das Gute sich seinen Weg bahnt, immer und immer wieder. Es braucht nicht immer Licht, um zu wissen, dass es da ist. Manchmal braucht es das Dunkel, um danach das Licht so richtig zu wollen und zu genießen und seine Vorzüge zu nutzen.“ Das kleine Gold fühlte sich heute ganz feierlich und machte sich über den Hügeln ganz besonders lang und schmal. Als es einschlief, begrüßte es das Dunkel mit einer kleinen goldenen Fingerspitze wie einen Freund.
Nic Koray, 8.11.2020

 

Dieses Buch ist gerade in Arbeit, ab Dezember 2020 arbeite ich an den Illustrationen.

Diese derzeit entsehende Kurzgeschichtensammlung wird nach der Fertigstellung vom Kinderbuch  "Wie der Riesen Rumperaff das Staunen lernte " illustrutiert und herausgebracht  werden.

Hier eine weitere Leseprobe.

„Und ich soll nicht staunen?“ fragte Enna ihren Onkel.
„Vielleicht könnt Ihr Großen das ja, aber ich kann doch all die Wunder nicht übersehen, die mir täglich in die Arme fliegen. All die Farben, die mich umgeben und all die Farben in mir, die alles um mich rum mitfärben. Da fliege ich ja der Natur in die Arme!“ Enna lachte leise.
„Ich kann nicht so tun, als ginge mich das alles nichts an. Es geht mich ja nicht nur an sondern förmlich durch mich hindurch. Schau nur, Onkel, dieser Sonnenuntergang. Er ist ein ganz persönliches Geschenk an mich, so sehe ich das. Wenn ich nicht hinschaue, ist das so , als würde ich das Geschenk nicht annehmen. Hast Du das schon einmal bedacht? Und hast du schon einmal bedacht wie viele tausend Geschenke da täglich auf einen eingehen, wenn man aufmerksam ist? Ich komme aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, wie alles gemacht ist, das ist so unübersehbar wunderbar. Ich weiß nicht, wo ich herkomme, Onkel, und nicht wo ich hingehe, aber ich weiß, dass da ganz viel Natur ist hinter mir und ganz viel Natur vor mir, und da gehöre ich mitten rein. Da gibt es dann eigentlich keinen echten Anfang und kein richtiges Ende, dann war ich irgendwie mit der Natur schon immer da.
Und da soll ich nicht staunen?
Ich glaube, Onkel“, sagte Enna ziemlich entschlossen, „ich glaube, ich habe alles da draußen in mir und ich bin auch in allem da draußen. Wenn man es sehr genau nimmt und sehr gut aufpasst, dann sieht man, dass die Trennlinie nur menschenerfunden ist. Wenn man staunen kann und sehr genau hinsehen kann, dann sieht man, das es diese Trennlinie nicht gibt.“
Enna dachte an gestern, als sie so ganz in den Augen des Schafes versunken war. Da hatte sie so etwas wie die Ewigkeit in den Schafsaugen gesehen und das war traurigfröhlichriesigunendlich gewesen und sozusagen unbeschreiblich.
Und der Atem vom Schaf war ganz genau im Takt mit ihrem Atem gewesen und Enna hatte das Gefühl, dass beide in einem klitzekleinen Moment Ewigkeit komplett beisammen und regelrecht eins gewesen waren und dass das Schaf das genauso gespürt hatte wie sie.
Weil Ewigkeit ganz weit nach hinten zurück und ganz weit nach vorne geradeaus geht bis einmal um die Erde und bis zur Sonne und zurück, können es keine Menschenworte beschreiben und deshalb kann ein Kind das ebenso empfinden wie ein Schaf. Das war so ein typisches „Ohne Grenzen-Erlebnis“ gewesen.
Aber davon erzählte Enna dem Onkel nichts, denn Worte können das eben nicht beschreiben.
„Onkel? Was sagst Du dazu?“, fragte Enna und griff die große Hand des Onkels.
Sie standen und blickten still über die Hügel, die das Abendrot schillernd in allen Farbklängen färbte, dass es nur so ohnegleichen war.
Der Onkel schwieg betreten und wusste nicht, was er sagen sollte
über das Beschenktwerden-Problem der Erwachsenen und das „Grenzensehen, wo keine sind“.
aus "Enna und Emerald", Nic Koray

Nic Koray Illustration  -  nic@nickoray.de

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